Zusammensetzung: ein ideales Nahrungsmittel

Spirulina ist als eines der gehaltvollsten Nahrungsmittel der Welt bekannt. Ihre vielen positiven Eigenschaften scheinen mit der außergewöhnlichen Zusammensetzung verbunden zu sein. Aber was hat es wirklich damit auf sich? Algorigin zieht mit Ihnen Bilanz.

 

Proteine

Proteine (Eiweiße) sind die Bausteine der Muskeln, nach Wasser haben sie den höchsten Anteil an der Zusammensetzung des Körpers (Wasser 62 % der Körpermasse, Protein 17 %). Sie sind auch die Grundlage vieler Stoffwechselprozesse (Immunität, Zellreparatur…) und bilden viele Enzyme und Hormone.

Jedes Protein besteht aus einer Kette, für die 20 Aminosäuren nach dem gleichen Prinzip zur Verfügung stehen wie die 26 Buchstaben für die Bildung von Wörtern.

Diese Aminosäuren können über die Nahrung zugeführt oder vom Körper hergestellt werden. Einige kann der Körper jedoch nicht synthetisieren, diese werden als essenzielle Aminosäuren bezeichnet. Es sind 8 an der Zahl bei Erwachsenen und 10 bei Kindern. In der üblichen Nahrung liefern tierische Proteine alle diese essenziellen Aminosäuren, während einzelne pflanzliche Proteine in dieser Hinsicht unvollständig sind.

Die fehlende(n) Aminosäure(n) werden dann als „limitierende Faktoren” bezeichnet, weil sie die Herstellung (Synthese) von Proteinen mit dieser Aminosäure einschränken. Langfristig hat ein Mangel an essenziellen Aminosäuren die gleichen Auswirkungen wie ein Eiweißmangel. Deshalb ist es wichtig pflanzliche Proteinquellen zu variieren, um von allen Aminosäuren zu profitieren.

Spirulina hat einen hohen Proteingehalt (60-70 % ihrer Trockenmasse) [1] mit hoher biologischer Wertigkeit, denn es enthält alle für Erwachsene und Kinder essenziellen Aminosäuren. Die Spirulinamembran löst sich leicht unter dem Einfluss der Magensäure auf, was die gute Verwertung der 20 Aminosäuren garantiert.

 

Lipide (Fette)

Lipide machen fast 14% unseres Gewichts aus, sie sind die Bausteine unserer Zellmembranen. Diese Lipide sindin zwei Schichten angeordnet, um das Zellinnere vom umgebenden Medium zu trennen. Die Art der Lipide verändert die Flexibilität der Membranen und beeinflusst die Qualität der Nachrichtenübertragung zwischen den Zellen.

Lipide kommen auch im Nervensystem vor (das Gehirn enthält 60 %). Sie bilden eine Hülle um die Nerven, was eine wesentlich schnellere Informationsübertragung ermöglicht.

Schließlich spielen die im Fettgewebe enthaltenen Lipide eine Rolle bei der Energiespeicherung und Wärmeregulierung.

Fett macht 2 bis 4% des Gesamtgewichts von Spirulina aus. Es weistein optimales Gleichgewicht zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuen auf, Garantie für eine gute kardiovaskuläre Gesundheit. Spirulina ist besonders reich an essenziellen Fettsäuren mit einem hohen Gehalt an Alpha-Linolensäure (ALA) und Gamma-Linolensäure (GLA)[2], die an der Hormonsynthese beteiligt sind. GLA kommt nur in Borretsch-, Nachtkerzen- und Johannisbeeröl sowie in Muttermilch und Spirulina vor. Die Unterklasse Dihomogammalinolensäure(DGLA) ist nur in Spirulina und Muttermilch enthalten. Diese Fettsäuren werden mit der Nahrung aufgenommen oder entstehen im Körper aus Omega-6-Fettsäuren.

Spirulina ist eine der besten Quellen für pflanzliches Protein.

— Pauline / Ernährungswissenschaftlerin

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate liefern Energie, die direkt aus der Nahrung aufgenommen wird. Sie machen 1,5 % des Körpergewichts aus. AufgenommeneGlukose gelangt zum einen durch die Insulinwirkung sofort in die Zellen, zum anderen wird es in Leber und Muskulatur in Form der Energiereserve Glykogen gespeichert.

In der Spirulina-Trockenmasse sind etwa 20 % Kohlenhydrate in Form von Glykogen und Rhamnose enthalten. Kohlenhydrate Werden im Körper als Glykogen gespeichert, das schnell mobilisiert werden kann. Diese beiden Zucker verändern den Blutzuckerspiegel nur sehr wenig und aktivieren die Bauchspeicheldrüse und die Insulinausschüttung deshalb minmal.

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Vitamine

Vitamine sind verantwortlich für den Stoffwechsel, die Entwicklung und den Schutz der Zellen. Abgesehen von Vitamin D, das von der Haut synthetisiert wird, müssen alle Vitamine über die Nahrung zugeführt werden. Derzeit sind 13 Vitamine bekannt, aber ihre Aufgaben sind noch nicht vollständig geklärt. Einige von ihnen können im Fettgewebe des Körpers, in Leber und Muskulatur gespeichert werden (Vitamine A, B9, B12, D und E).

Die interessantesten Vitamine in Spirulina sind:

  • Vitamin A : das Vitamin für Haut und Augen
    In Form von β-Carotin (Vorläufer von Vitamin A).
    Die Aufnahme von Vitamin A aus Spirulina wird dem Bedarf angepasst; eine (pathologische) Hypervitaminose ist daher – im Gegensatz zu Vitamin A-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln – nicht möglich.
  • Vitamin B1 :
    Spirulina weist den zweithöchsten Vitamin-B1-Gehalt auf; nur in Bierhefe ist er noch höher.
  • Vitamin B2:
    Spirulina ist das Nahrungsmittel mit dem vierthöchsten Gehalt an Vitamin B2.
  • Vitamin B12 :
    Spirulina enthält zwei Formen von Vitamin B12, Cobalamin und Pseudo-Cobalamin, mit jeweils definierten Funktionen.
  • Vitamin D :
    Spirulina ist die wichtigste pflanzliche Vitamin-D-Quelle.

Mineralstoffe

Mineralstoffe machen 6 % des Körpergewichts aus. Sie sind in sehr großen Mengen vor allem im Skelett vorhanden und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Die wichtigsten Mineralstoffe in Spirulina sind:

  • Calcium :
    Spirulina enthält soviel Calcium wie Vollmilch.
  • Eisen:
    Spirulina enthält hoch verwertbares Eisen.
  • Magnesium :
    Spirulina hat einen hohen Magnesiumgehalt, der 10 % höher ist als derjenige von Bitterschokolade mit 70 % Kakao.

Pigmente

Spirulina ist eine blaugrüne Mikroalge, die zahlreiche Pigmente enthält.

  • Phycocyanin:
    Dies ist der edelste Bestandteil von Spirulina mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften sowie diversenweiteren Wirkungen[3].
  • Carotinoide:
    β-Carotin gehört zu dieser Pigmentklasse. Spirulina weist einen besonders hohen Gehalt auf, der20- bis 25-mal höher ist als in Karotten.
  • Chlorophyll :
    Pigment der Photosynthese, der Gehalt in Spirulina liegt bei 1 %.

Angesichts der Quantität und Qualität der Spirulinabestandteileist festzustellen, dass die Nährstoffzusammensetzung besonders interessant und vollständigist. Hier handelt es sich also eine Nahrungsergänzung für jeden, die mit Sicherheit einen Energieschub gibt!

Quellen

[1] Teuling E. & al. (2017) Comparison of Protein Extracts from Various Unicellular Green Sources. J Agric Food Chem. 2017 Sep 13;65(36):7989-8002. doi: 10.1021/acs.jafc.7b01788.

[2] Otles S. & al. : Fatty acid composition of Chlorella and Spirulina microalgae species. J AOAC Int. 2001 Nov-Dec;84(6):1708-14.

[3] Romay Ch. & al : C-phycocyanin: a biliprotein with antioxidant, anti-inflammatory and neuroprotective effects. Curr Protein Pept Sci. 2003 Jun;4(3):207-16.